Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Sonderausstellungen

„Rassendiagnose: Zigeuner“. Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung

Die  Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma thematisiert die Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa.  Außerdem wird die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden, dargestellt. Im KZ Ravensbrück waren 2.800 als „Zigeuner“ verfolgte Roma und Sinti inhaftiert.

Schwerpunkt der Ausstellung ist der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma: von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Der menschenverachtenden Perspektive der Täter werden Zeugnisse der Opfer gegenübergestellt.

Historische Familienfotos von Sinti und Roma geben Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen und lassen sie als Individuen hervortreten. Die Ausstellung macht die zerstörten Lebenswege hinter den abstrakten Dokumenten der bürokratisch organisierten Vernichtung sichtbar.

Behandelt wird auch die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät

als NS-Opfer anerkannt wurden. Es war die Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, die die ideologischen und personellen Kontinuitäten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte gemacht hat. Am Ende der Ausstellung steht ein Ausblick auf die Menschenrechtssituation der Sinti- und Roma-Minderheiten in Europa nach 1989.

Objects from the concentration camps

Die Ausstellung präsentiert 10 großformatige Fotografien von Objekten aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, die 2018 von Richard Wiesel fotografiert wurden. Der Fotograf  die Geschichte hinter den Artefakten erzählen. Die Fotografien, die 2018 in Sydney gezeigt wurden, sind erstmals in Deutschland zu sehen.

Kinder im KZ Bergen Belsen

Die Sonderausstellung „Kinder im KZ Bergen-Belsen“ stellt die spezifischen Lebensbedingungen und Verhaltensformen der Kinder anhand thematischer und biografischer Ansätze dar. Die Ausstellung ist multiperspektivisch angelegt und basiert auf einem breiten Spektrum von Bild- und Textquellen, das von Häftlingstagebüchern, Zeichnungen und Fotos bis zu Erinnerungsberichten und wenige Tage nach der Befreiung entstandenen Ton- und Filmaufnahmen reicht. Mehr als 4.300 Frauen und Kinder wurden aus dem KZ Ravensbrück nach Bergen Belsen deportiert, darunter auch Ivan Lefkovits und Ceija Stojka, die in der Ausstellung porträtiert werden.

Eine Ausstellung der Gedenkstätte Bergen Belsen, gefödert durch die Klosterkammer Hannover und die Beauftragte der Bundensregierung für Kultur und Medien

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Verboten und verfolgt. Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR

Die Ausstellung widmet sich Jehovas Zeugen, die im NS-Staat unter anderem im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert und später in der DDR erneut verfolgt waren. Zeuginnen und Zeugen Jehovas hielten sich an die Worte des Propheten Daniel (Daniel 3,17f.) und flüchteten nicht aus der Haft. Sie betrachteten diese als eine Prüfung nach Jehovas Willen und wurden deshalb von der SS in SS- und Privathaushalten und auf landwirtschaftlichen Gütern ohne Bewachung eingesetzt. Von völkischen und nationalsozialistischen Kreisen wurden die Jehovas Zeugen bereits in den 1920er Jahren als „jüdische Bolschewisten“, als „Volksverräter“ und „Kommunisten“ verunglimpft. In der DDR warf man ihnen Kosmopolitismus, „Boykotthetze“ und „Spionage für den Westen“ vor. Weil Zeugen Jehovas auf Grund ihrer politischen Neutralität den Wehrdienst und den Zivildienst verweigern, wurden viele von ihnen in beiden deutschen Staaten vor Gericht gestellt und verurteilt. Die Ausstellung präsentiert in vier Kapiteln auf 16 Tafeln Informationen zu Jehovas Zeugen und ihre Verfolgung bis hin zur Wiedergutmachung und heutigen Formen des Gedenkens an ihre Opfer.

Das Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur realisiert. Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in Zusammenarbeit mit der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD)

Ravensbrück tra scrittura e fotografia Ravensbrück zwischen Schrift und Fotografie. Von den Erinnerungen Lidia Beccaria Rolfis zu Bildern von heute, Renzo Carboni

35 Fotografien von Renzo Carboni

Über seine Ausstellung schreibt der Fotograf: „Das Buch ‚Le donne di Ravensbrück‘ (Als Italienerin in Ravensbrück) bot mir die Möglichkeit, einige Passagen in Fotografien zu übersetzen, und als wären sie Teil eines Filmdrehbuchs, ließ ich mich beim Übergang vom geschriebenen Wort zum visuellen Gedächtnis von den Texten selbst leiten. So stellen die Bilder eine neue Art des Erzählens dar, welche die Spuren der Vergangenheit interpretierend aufnehmen und auf diese Weise die Erinnerung an das, was die Welt der Lager gewesen ist, fortführen." Renzo Carboni, Fotograf, Turin, 21.11.2017

Eine Ausstellung der Mahn-  und Gedenkstätte Ravensbrück in Kooperation mit dem Internationalen Freundeskreis e.V. (IFK)

„Die Hamburger Curiohaus-Prozesse: NS-Kriegsverbrechen vor britischen Militärgerichten“

Die Bestrafung der Verantwortlichen für die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen war den alliierten Kriegsgegnern Deutschlands ein wichtiges Anliegen. Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess fand weltweit Beachtung und gilt als Meilenstein der Rechtsgeschichte. Weniger bekannt ist, dass die Alliierten hunderte weiterer Prozesse durchführten, unter ihnen Prozesse gegen das Ravensbrücker SS-Personal. Die Ausstellung bietet neue und überraschende Einblicke in das Spektrum der NS-Verbrechen und deren Nachwirkungen in der deutschen Nachkriegsgesellschaft.

Eine Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit Unterstützung der Hamburgischen Bürgerschaft.

Aus den Sammlungen: Porträts ehemaliger Häftlinge. Eine Ausstellung mit Gemälden von Christoph Wetzel

Der Maler Christoph Wetzel porträtiert Aat Breur
Der Maler Christoph Wetzelporträtiert Aat Breur, 2000

Die dreizehn Gemälde von Christoph Wetzel bilden einen besonderen Bestand in den Sammlungen der Gedenkstätte Ravensbrück: Bei den Porträtierten handelt es sich um Überlebende des Frauen-Konzentrationslagers, die sich für die Erinnerung an Ravensbrück auf unterschiedliche Weise engagiert haben. Im Auftrag der Gedenkstätte porträtierte Christoph Wetzel die Frauen in den Jahren 1991 bis 2008.

Mit der Wiedervereinigung und dem Wegfall bipolarer Geschichtsbilder geriet in den 1990er Jahren zunehmend die Vielfalt und Komplexität der Häftlingsgesellschaft ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Nachdem zur Zeit der DDR die Gedenkstättenarbeit in erster Linie der Darstellung des antifaschistischen Widerstandskampfes gegolten hatte, nahm die Gedenkstätte nun die Lebenswege einzelner "Ravensbrückerinnen" in den Blick: Zahlreiche Ausstellungen, Lesungen und Publikationen thematisierten die Biografien ehemaliger Häftlinge und dokumentierten bislang kaum oder gar nicht berücksichtigte Häftlingsgruppen.

Im Zuge dieser Arbeit entstanden in den Jahren 1991 bis 2008 auch die Porträts von Christoph Wetzel. Erstmals zeigt die Ausstellung nun alle dreizehn Ölgemälde. Ihnen sind biografische Begleittexte, Fotografien und Zitate zur Seite gestellt; sie nehmen nicht nur die Erfahrung der Lagerhaft, sondern die Lebenswege der Frauen insgesamt in den Blick.