Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück

Fürstenberger BRUCHSTÜCKE '45

Fürstenberger BRUCHSTÜCKE '45

Eine Ausstellung im Stadtraum vom 16.8. bis 30.9. 2022

Zehn Bilder-Tafeln an Lichtmasten in der Innenstadt erzählen bruchstückhaft vom Leben in Fürstenberg im Jahr 1945 - kurz vor, während und nach der Befreiung.

Gezeigt werden die Tafeln fast alle an den Orten des Geschehens.

Die Ausstellung schlägt eine Brücke von der Sonderausstellung BRUCHSTÜCKE '45 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in die Stadt Fürstenberg.

In BRUCHSTÜCKE '45 lassen überlieferte Dinge wie ein Paar selbstgestrickte Socken, ein Stück Seife oder ein Koffer durch ihre Geschichten das Jahr '45 lebendig werden. Vorwiegend aus der Perspektive der Häftlinge wird so von NS-Gewalt, Befreiungen und Umbrüchen in dieser Zeit erzählt. Sonderausstellungen | Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück (ravensbrueck-sbg.de)

Ergänzt wird diese Ausstellung nun durch eine begleitende Ausstellung in der Stadt Fürstenberg: Die Motive der Fürstenberger BRUCHSTÜCKE '45 beruhen auf Interviews mit Fürstenbergerinnen und Fürstenbergern, die Kirsten Poggendorff 2018/2019 geführt hat. Diese waren damals im Alter von 6 bis 18 Jahren und schildern das Erleben des Geschehens am Kriegsende aus ihrer Sicht.

Flyer Rundgang

Beide Ausstellungen zeigen, wie eng die Geschichte des KZ Ravensbrück mit der Stadt Fürstenberg und der Region verwoben ist.

 

Künstler*innen:

Die bildnerische Gestaltung der Erzählungen der Fürstenbergerinnen und Fürstenberger übernahmen Gudrun und Kuno Lomas.

Beide Künstler leben seit Jahren in der Region und bereichern sie mit ihren Skulpturen, Zeichnungen und Bildern sowie zahlreichen internationalen Kunstsymposien, Workshops und ihrer eigenen Galerie.

Nähere Informationen zu den Künstler*innen finden Sie hier:

https://kulturnetz-kuno.de/portfolio-item/gudrun-lomas/

https://kulturnetz-kuno.de/portfolio-item/kuno-lomas/

Den Flyer zum Rundgang gestaltete Manuel Wree.

Zu den einzelnen Lichtmasten und Zitaten

"Fürstenberg war zugestopft."

"Wir mussten mit Geschwindigkeit raus."

"Wir kriegten ja nur Karten wenn wir gearbeitet haben. Brotkarten, wie man so sagt."

"Die standen wegen einer Stulle."
 

"Fürstenberg wird nicht verteidigt, Weiße Flaggen überall."

"Wir hatten fürchterliche Angst."

"Vielleicht immer 50 Frauen in einem Block ..."

"Alle, die damals 15 waren ..."

"Es war das zweite Mal, dass ich das Wort Jude hörte."

"Die marschieren zum Luisenberg und tragen den Luisenberg ab."

 

Audio-Collage BRUCHSTÜCKE '45

Audio-Collage BRUCHSTÜCKE '45

Diese Audio-Collage versammelt Erinnerungen an das Kriegsende 1945 von Fürsetnberger:innen, die damals Kinder waren. Ihre Berichte ergänzen einander, ein vielschichtiges Bild entsteht. Darin spiegelt sich die Angst vor Vergeltung aufgrund des Vernichtungskrieges der Wehrmacht in der Sowjetunion genauso wider wie die Nachwirkungen der NSD-Propaganda bei der Wahrnehmung der KZ-Häftlinge.


Walter Neumann, damals 9 Jahre
Lilli Neumann, damals 15 Jahre
Ilse Wernick, damals 13 Jahre
Peter Keibel, damals 15 Jahre
Christa Bünte, damals 13 Jahre
Elfriede Seidel, damals 7 Jahre
Elsbeth Steinmann, damals 10 Jahre

Um die Audio-Collage optimal zu hören, benutzen Sie bitte den Kopfhörer.