Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Orientierung auf dem Gelände der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

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1 Besucherzentrum | 2007

Im 2007 eröffneten Besucherzentrum finden die Besucherinnen und Besucher Informationen zur Gedenkstätte und ihren Angeboten. Darüber hinaus dient das Gebäude als Ausgangspunkt für Rundgänge und Führungen. Im Buchverkauf wird Literatur zur Geschichte des Lagerkomplexes Ravensbrück und der Nachkriegsgeschichte des Areals sowie zur NS-Geschichte allgemein angeboten. Ein Modell des ehemaligen Lagerkomplexes dient der ersten Orientierung.

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2 Kommandantur | 1940–45

Sitz der SS-Lagerleitung und der Verwaltung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück. Im Erdgeschoss befanden sich die »Politische Abteilung« und Postzensur sowie die »Abteilung Lagerarzt«, im Obergeschoss die Räume des Kommandanten und seines Adjutanten, die Kommandanturschreibstube und andere Teile der Lagerverwaltung.
Nach der Befreiung des Lagers im April 1945 nutzten die sowjetischen Streitkräfte das Kommandanturgebäude bis 1977. Seit 1984 dient es der Gedenkstätte als zentraler Ausstellungsort. 2013 wurde dort die Ausstellung »Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück.
Geschichte und Erinnerung« eröffnet.

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3 Wasserwerk | 1940–45

In diesem Gebäude waren neben dem Wasserwerk Fahrerunterkünfte, Garagen und Werkstatträume sowie die Telefon- und Telegrafenstation der SS untergebracht. Im Dachgeschoss befand sich zeitweise die »Effektenkammer« des Frauen-Konzentrationslagers.

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4 Garagentrakt | 1940-45

Der 1940–42 errichtete Bau umfasste ein Kraftfahrzeugdepot, Garagen, Reparaturwerkstätten und einen Kinoraum für SS-Angehörige. 1945–77 wurden die Gebäude ausschließlich durch die sowjetischen Streitkräfte genutzt. Heute beherbergen sie Verwaltung, Bibliothek, Archiv, Depot, Sonderausstellungsbereiche sowie einen Veranstaltungssaal.

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5 Tor und Wachhaus | 1939-45

Neben dem Tor zum Häftlingslager gab es für das Wachpersonal eine separate Pforte. Das Wachhaus diente zur Kontrolle aller ein- und ausgehenden Personen, insbesondere der Häftlingskolonnen. 1943/44 wurde die noch erhaltene Steintoranlage errichtet, die mit dem dahinter liegenden, nicht mehr vorhandenen Haupttor eine Schleusensituation bildete. Die Toranlage wurde in der Zeit der Nutzung des Lagerareals durch die sowjetischen Streitkräfte 1945–94 erheblich verändert.

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6 Häftlingslager | 1939-45

Das Lager bestand zunächst aus einer Lagerstraße und zwei Barackenreihen für bis zu 3.000 Häftlinge. Ab 1940 wurde es in südlicher Richtung um drei Lagerstraßen und drei Barackenreihen [25] erweitert. Die Lagerstraßen 2–4 wurden durch Pappeln begrenzt. In östlicher Richtung kam ein »Industriehof« [22a] und in südlicher Richtung das SS-Bekleidungswerk mit einer großen Heizzentrale [22b] hinzu. 1941 wurde ein kleines Lager für männliche Häftlinge eröffnet [24]. Der gesamte Lagerkomplex war von einer in Teilen bis heute erhaltenen Lagermauer umgeben. Durch die sowjetische Nachnutzung sind viele Spuren aus der Lagerzeit zerstört worden.
Seit dem Jahr 2000 sind die Umrisse der einstigen Barackenstandorte im Bereich der ersten zwei Barackenreihen durch Vertiefungen im Boden markiert.

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7 Wirtschaftsgebäude | 1939-45

In dem eingeschossigen Wirtschaftsgebäude waren die Häftlingsküche und das Häftlingsbad untergebracht. Aufgrund der dort stattfindenden entwürdigenden Aufnahmeprozedur der Häftlinge hat das Bad in der Erinnerung vieler Überlebender eine zentrale Bedeutung.
Mauerreste, der Boden des Häftlingsbads und die Keller werden heute durch eine Umfassung und Abdeckung geschützt.

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8 Appellplatz | 1939-45 und Lagerstraße 1 | 1939-45

Seit Mai 1939 wurden beidseitig der Lagerstraße 1 Häftlinge in Baracken untergebracht. Die Linden wuchsen aus Setzlingen, welche die Lagerstraße auf beiden Seiten säumten.

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9 Baracken, Krankenrevier | 1939-45

Das erste Krankenrevier befand sich in zwei miteinander verbundenen Baracken. Viele Kranke hofften, durch eine stationäre Behandlung im Revier der entkräftenden Arbeit für einige Tage entfliehen zu können. Gleichzeitig barg der Aufenthalt im Krankenbau jedoch auch das Risiko, von der SS als überflüssig eingestuft, ausgemustert und getötet zu werden. Ab 1942 stieg die Zahl der Kranken in dem überfüllten Lager immer weiter an. Die SS erweiterte das Revier und wandelte zudem schrittweise sieben Unterkunftsbaracken in Krankenblocks um (siehe Nr. 14/15). Bei Kriegsende gehörte im Frauenlager ein Fünftel aller Wohnbaracken zum Krankenrevier.

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10 Industriehof | 1940–45

1940 wurden die ersten Gebäude fertig gestellt, in denen Häftlinge Häftlingskleidung und später auch Uniformen für die SS herstellen mussten. Bis 1945 entstanden weitere Gebäude, die zum Bekleidungswerk der Waffen-SS sowie zur SS-eigenen »Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung mbH (Texled), Werk Ravensbrück« gehörten. Darunter waren Schneidereien, Webereien, Kürschnerei, Reißerei und ein Verwaltungsgebäude.

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11 »Schneiderei« | 1942–45

Dieser Gebäudekomplex, »Mechanische Werkstätten« oder »Schneiderei« genannt, besteht aus acht miteinander verbundenen Werkhallen. Nach seiner Fertigstellung im Jahre 1942 war dies einer der zentralen Orte der Zwangsarbeit im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück.
Der heutige Zustand geht auf Instandsetzungsarbeiten der Jahre 1999/2000 zurück. Hier befinden sich eine Ausstellung zu den Bedingungen der Zwangsarbeit, eine Walze, die von Häftlingen für Planierungsarbeiten gezogen werden musste, sowie weitere Exponate.

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12 Männerlager | 1941–45

Einen Teil des Lagerkomplexes Ravensbrück bildete das Männerlager, in dem 1941–45 etwa 20.000 Männer aus ganz Europa inhaftiert waren. Es unterstand dem Kommandanten des Frauenlagers. Auf diese Weise sicherte sich die SS für den ständigen Ausbau des Lagerkomplexes und seiner Nebenlager ein Arbeitskräftereservoir an männlichen Häftlingen.

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13 »Neues Lager« | 1940–45

Das Frauenlager wurde mehrfach erweitert. Die ersten Baracken des »Neuen Lagers« wurden im Spätsommer 1940 fertig gestellt. Die Bauarbeiten der 4. und 5. Barackenreihe gingen bis weit in das Jahr 1944. Anfangs waren beide Lagerteile durch eine Mauer getrennt, die im Ausbauprozess allmählich durchbrochen und später abgerissen wurde.

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14 Zellenbau | 1940-45

Der Zellenbau, von den Häftlingen auch Bunker genannt, war ein fester Bestandteil des lagereigenen Strafsystems sowie Ort besonderen Terrors. Er bestand aus 78 Zellen. Mit Gründung der Gedenkstätte 1959 wurde in diesem Gebäude das erste Museum eingerichtet. Mitte der 1980er Jahre wurden hier nationale Gedenkräume eingerichtet. Die 2006 eröffnete Dauerausstellung »Ravensbrück. Der Zellenbau« zu seiner Geschichte erläutert auch die Entstehungsgeschichte der Gedenkräume. Dieses Gebäude ist wegen notweniger Baumaßnahmen zur Zeit geschlossen.

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15 Mahn- und Gedenkstätte | seit 1959

1959 wurde die »Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück« eröffnet. Sie umfasste das Krematorium, den Zellenbau, einen Teil der historischen Lagermauer mit dem davor angelegten
Gräberfeld, eine Tribüne und das Mahnmal mit Treppenanlage am Ufer des Schwedtsees. Zur künstlerischen Gestaltung gehören die von Will Lammert geschaffene Skulptur »Tragende« und die Figurengruppe hinter dem Krematorium. Durch einen Mauerdurchbruch gelangten die Besucher in den als Museum genutzten Zellenbau.

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16 Crematorium | 1943-45 and Gas Chamber | 1945

Zunächst wurden die Toten im städtischen Krematorium in Fürstenberg eingeäschert. Im Frühjahr 1943 ließ die SS ein Krematorium außerhalb der Lagermauer errichten, das im Herbst 1944 erweitert wurde. Nachdem 2011 bei Bauarbeiten rechts vom Eingang des Krematoriums entlang der Lagermauer große Mengen von Leichenbrand entdeckt worden waren, wurde der Bereich als Grabfläche gestaltet.

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17 Gräberfeld | seit 1959

Mitte der 1950er Jahre begann man mit der Umbettung von Toten, die im Zuge der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers in verschiedenen Massengräbern beigesetzt worden waren. Das neue Gräberfeld wurde am Fuß der »Mauer der Nationen« angelegt und mit Rosen bepflanzt. 1986 kam ein Gedenkstein zur Erinnerung an die ermordeten jüdischen Häftlinge hinzu; 1995 folgte ein Gedenkstein zur Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma.

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18 Hinrichtungen

1959 wurde hier ein Gedenkstein errichtet. Er erinnert an die Massenerschießungen, die im Umfeld des Krematoriums bis Ende des Krieges 1945 stattgefunden haben. Hingerichtet wurden die Frauen per Genickschuss von einem SS-Sonderkommando. Bis 1942 diente ein Ort südöstlich des Lagers als Hinrichtungsstätte.

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19 Siemens & Halske (Siemens-Lager) | 1942–45

Die Firma Siemens & Halske errichtete 1942–44 Produktionsstätten in der Nähe des Frauen-Konzentrationslagers. In den 20 Werkhallen leisteten weibliche Häftlinge Zwangsarbeit. Ab Dezember 1944 waren sie in einem separaten Wohnbarackenlager untergebracht. Bis Ende April 1945 waren über 2.000 Häftlinge in der Spulenwicklerei in der Herstellung von Schaltteilen und anderen Teilfertigungen für die Rüstungsindustrie beschäftigt.

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20 Zelt | 1944-45

Im August 1944 ließ die SS zwischen Block 24 und 26 ein Zelt errichten, in dem zeitweise über 4.000 Häftlinge zusammengepfercht wurden.

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21 Transporte | 1939-45

Der Lagerkomplex Ravensbrück war an das Streckennetz der Deutschen Reichsbahn angeschlossen. Die Schienenanlagen und Rampen dienten vornehmlich der Anlieferung von Gütern, die in den SS-eigenen Betrieben sortiert und weiterverarbeitet werden sollten. Die noch erhaltenen so genannten Beutegutbaracken nutzte man zur Zwischenlagerung. Im Jahr 2005 wurde in der Nähe ein rekonstruierter Güterwaggon aufgestellt; eine Ausstellung informiert über Transporte nach Ravensbrück.

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22 »Jugendschutzlager Uckermark« | 1942–45

1941/42 wurde mit der Errichtung des »Jugenderziehungslagers« bzw. »Jugendschutzlagers Uckermark« begonnen. Mitte 1944 umfasste es etwa 15 Baracken. Das Lager war eine Einrichtung der Reichskriminalpolizei und unterstand dem Kommandanten des Frauen-Konzentrationslagers. Etwa 1.200 Mädchen und junge Frauen waren dort unter Bedingungen inhaftiert, die sich von denen des Frauen-Konzentrationslagers wenig unterschieden. Ab Dezember 1944 wurde das Jugendlager schrittweise geräumt und in der Folge als Selektions- und Sterbelager des Konzentrationslagers genutzt. Das Areal ist über die Himmelpforter Landstraße für Besucherinnen und Besucher ganzjährig zugänglich.

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23 SS-Siedlung | 1940–45 mit der Ausstellung »Im Gefolge der SS: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück« und dem Seminarhaus der Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte

Die ehemalige SS-Siedlung bildet die hierarchischen Verhältnisse innerhalb der SS ab: Sie umfasste unter anderem vier Einfamilienhäuser für ranghohe SS-Angehörige (»Führerhäuser«), zehn Zweifamilienhäuser für Angehörige der mittleren Ränge (»Unterführerhäuser«) sowie acht Gebäude, in denen Aufseherinnen wohnten. Nach der Befreiung dienten sie bis 1994 überwiegend Angehörigen der sowjetischen bzw. GUS-Streitkräfte als Unterkunft. Seit 2002 befindet sich in den Unterkünften der Aufseherinnen die Internationale Jugendbegegnungsstätte / Jugendherberge Ravensbrück. In einem der Aufseherinnenhäuser sind die Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte untergebracht, im Haus daneben die Ausstellung »Im Gefolge der SS: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück«. Seit 2010 ist in einem der ehemaligen »Führerhäuser« die Ausstellung »Das Führerhaus. Alltag und Verbrechen der Ravensbrücker SS-Offiziere« zu sehen.

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24 SS-Siedlung | Ausstellung zum männlichen Führungspersonal

Seit 2010 zeigt die Gedenkstätte in einem der ehemaligen »Führerhäuser« die Ausstellung »Das Führerhaus. Alltag und Verbrechen der Ravensbrücker SS-Offiziere«.

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25 Haltepunkt Ravensbrück | 1941-45

Die meisten Häftlinge erreichten den Lagerkomplex Ravensbrück über den Güterbahnhofsbereich am Bahnhof Fürstenberg. 1941 wurde auf der heute nur noch von Draisinen befahrenen Strecke nach Lychen/Templin ein eigener »Haltepunkt Ravensbrück« eingerichtet.

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26 Supermarkt | 1991-2011

Im Sommer 1991 geriet Fürstenberg mit dem Bau eines Supermarktes an der Zufahrt zur Gedenkstätte in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit. Daraufhin wurde das Gebäude nicht als Supermarkt genutzt und stand bis zu seinem Abriss im Jahre 2011 weitgehend leer.

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27 »Müttergruppe« | seit 1965

1965 wurde die Skulptur »Müttergruppe« (Bronze) des Bildhauers Fritz Cremer errichtet.

Interaktiver Lageplan