Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück

Veranstaltungen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

15. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück. Gedenkstätten als Orte multidirektionaler Erinnerung Positionen – Potentiale - Perspektiven

29. August bis 02. September 2022 – ganztägig

Die Erinnerung an den Nationalsozialismus war gesellschaftlich immer umstritten – zunächst gegen den Willen der Erlebnisgeneration erkämpft, steht sie nun zunehmend in der Kritik der Ritualisierung und eingeschränkter Sichtweisen. Debatten um wachsenden Antisemitismus, Rassismus und  zunehmend auch Postkolonialismus werden in die Arbeit an den Gedenkstätten aufgenommen. Die differenzierte Bildungs- und Vermittlungsarbeit, die an vielen Gedenkstätten stetig weiterentwickelt wird, tritt in der Kritik an öffentlich sichtbaren Formen ritualisierten Gedenkens oft in den Hintergrund.

Ob NS-Gedenkstätten all diese Debatten mitgestalten sollen, mündet in die Frage, wie politisch diese sein sollen. Wie sieht ihr Mandat aus? Wie stark ragen sie mit ihrer Arbeit in aktuelle gesellschaftliche Diskurse? Besucher:innen und Mitarbeiter:innen sind aber in ihren Fragestellungen, Erwartungen und Wahrnehmungen von eben diesen Themen geprägt.

Zugleich werden Veränderungen an Gedenkstätten sehr schnell als Gefährdung des Stellenwerts wahrgenommen, den die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Diktatur in der Gesellschaft einnimmt. Die Frage stellt sich also, ob sich in der Betrachtung der nationalsozialistischen Expansionspolitik Denkweisen und Handlungsmuster erkennen lassen, die auch im Kolonialismus, in Genoziden und politischen Verfolgungen in anderen Weltregionen eine Rolle gespielt haben. Schwächt diese Erweiterung von Perspektiven die Aufmerksamkeit für die Orte der nationalsozialistischen Verfolgung, oder verstärkt es sie sogar?

Die Europäische Sommer-Universität nimmt sich im Jahr 2022 diesen Problemstellungen an, fragt nach den Chancen und Grenzen einer dialogbasierten Rezeption und gegenseitiger Wahrnehmung, geht den Ansätzen nach, wie gesellschaftspolitische Debatten die Gedenkstätten geprägt haben und weiter prägen. Sie lädt zur gemeinsamen Diskussion darüber ein, wie eine „multidirektionale Erinnerung“ in die Arbeit integriert werden kann. Dies soll sowohl mit Blick auf internationale Beispiele diskutiert werden, als auch an Beispielen, die in der Gedenkstätte Ravensbrück zu finden sind. Dies mündet in die Diskussion konkreter Projekte aus unterschiedlichen Gedenkstätten.

Die Europäische Sommer-Universität richtet sich an Wissenschaftler:innen, Studierende, Praktiker:innen aus dem Gedenkstättenbereich und Interessierte. Sie ist intergenerationell, interdisziplinär und nimmt Fragen der Geschlechterforschung auf. Das Programm enthält Vortragsformen, dialogische Führungen sowie gruppenaktivierende Workshops.

Darüber hinaus ist eine Forschungsbörse für Nachwuchswissenschaftler:innen geplant, die an einem Projekt zum Thema der diesjährigen Europäischen Sommer-Universität Ravensbrück arbeiten.

Die Teilnahme an der Europäischen Sommeruniversität ist kostenlos. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Eine Simultanübersetzung der Vorträge wird angeboten.

Für Unterkunft und Verpflegung steht die benachbarte Jugendherberge zur Verfügung. Übernachtung im Mehrbettzimmer mit Vollpension: 43 Euro. Montag bis Freitag: 172 Euro. Aufpreis für Doppelzimmer: 4 Euro pro Nacht. Für Einzelzimmer 8 Euro pro Nacht. Einzel- und Doppelzimmer vorbehalten der Auslastung verfügbar.

Bis zum 15.08.2022  ist Anmeldung ist hier möglich. Das diesjährige Programm zum Download.

Die Europäische Sommer-Universität Ravensbrück wird gemeinsam von der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, dem Leibniz Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam, dem Leibniz Forschungsverbund "Wert der Vergangenheit" und dem Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin veranstaltet.  

Für Fragen kontaktieren Sie bitte sommer-uni@ravensbrueck.de

 

Veranstaltungsort

Mahn- und Gedenkstätte Ravnsbrück

Straße der Nationen
16798 Fürstenberg/Havel

Kontakt

Ansprechpartner: Aliena Stürzer

Telefon
+49 33093 608 - 25
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