Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück

"Fürstenberg war zugestopft."

Christa Bünte (damals 13 Jahre)

"Furchtbar ist gewesen, als im Januar die ganzen Flüchtlinge aus Schlesien, Ostpreußen, was weiß ich [kamen]. Fürstenberg war zugestopft! Und meine Mutter hat damals unsere ganzen Babysachen und alles, was sie konnte, auf dem Markt verteilt. Es war bitterkalt. Und ick kann mich auch erinnern, das 'n Pferd tot gewesen ist aufm Markt. Fürstenberg war zu!"

"Wir hatten ja unser Zuhause. Aber es war schon voll mit Einquartierung. Also bei uns im Haus war alles voll. Wir hatten praktisch nur noch zwei Zimmer. Alles andere war voll mit Flüchtlingen aus Berlin, aus Ostpreußen."

 

Lilli Neumann (damals fast 15 Jahre)

"Die ersten Flüchtlinge sind gekommen, während des Krieges. Aus Ostpreußen. Mit der Bahn. Andere Tracks usw. hat man gesehen ... Fuhrwerke und dergleichen mehr. ...                Und da mussten wir von der Hitlerjugend sozusagen hingehen und die Leute begrüßen und beim Tragen helfen, wo sie hinsollten. Die wurden dann in irgendwelche Häuser einquartiert und ... das haben wir gemacht, ja."

 

Elsbeth Steinmann (damals 10 Jahre)

"Es kamen ja sehr viele Fuhrwerke aus den verschiedensten Ländern, die in Fürstenberg nur einen Tag gewohnt haben und da gelebt haben. ... Am Stadtpark sozusagen konnten die Pferde grasen." (…)

"Sonst waren wir so um die zwanzig [Kinder in der Schulklasse], und als plötzlich so viele Flüchtlinge [kamen], die hier in Fürstenberg gestrandet sind, ... da waren wir 76 in der ersten, in der zweiten Klasse, 76 Kinder. 76! Ob man das glaubt oder nicht."