Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Partizipative Lesung zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus
27. Januar 2026
Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus lädt die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück am 27. Januar 2026 zur jährlich stattfindenden Partizipativen Lesung anlässlich des Internationalen Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus ein. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Mordaktion „14 f 13“ im Konzentrationslager Ravensbrück. Der Gedenktag erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. Seit mehreren Jahren veranstaltet die Gedenkstätte Ravensbrück an diesem Tag eine gemeinsame Lesung aus Erinnerungen und Selbstzeugnissen von Überlebenden des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück.
Jedes Jahr widmet sich die Veranstaltung einem bestimmten historischen Thema oder einer besonderen Phase der Lagergeschichte. Immer wieder orientiert sich das Skript dabei auch an den Schwerpunkten der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag. Sowohl individuelle Geschichten als auch die kollektiven Erfahrungen der in Ravensbrück Inhaftierten sollen in der Lesung Zeugnis ablegen. Ziel ist es, in ständig wechselnden Perspektiven die Auswirkungen der Verfolgung und der Haftbedingungen darzustellen, bislang wenig beachtete Stimmen zu Wort kommen zu lassen und auch Momente des Widerstands und der Solidarität unter den Inhaftierten kenntlich zu machen.
1941 entschied die SS-Führung, den „Euthanasie“ genannten Krankenmord auf KZ-Häftlinge auszudehnen. Diese erste zentral geplante Mordaktion an Gefangenen erhielt nach ihrem Aktenzeichen den Tarnnamen „14 f 13“.
SS-Lagerärzte und externe Gutachter selektierten im KZ Ravensbrück von Ende 1941 bis Anfang 1942 etwa 1600 Frauen und 300 Männer zur Ermordung. Neben Kranken und Arbeitsunfähigen wurden dabei auch jüdische Häftlinge sowie einige politisch Missliebige und als „asozial“ Stigmatisierte ausgesondert. Sie wurden zwischen Februar und April 1942 in die „Euthanasie“-Anstalt Bernburg transportiert und mit Kohlenmonoxid-Gas ermordet.
Das Skript basiert auf einer Textcollage aus Erinnerungsberichten, Selbstzeugnissen und Archivmaterialien. Es kommen ehemalige Häftlinge selbst zu Wort: in Briefen, Tagebuchauszügen, Aussagen aus Nachkriegsprozessen und anderen persönlichen Dokumenten.
Die Lesungen laden alle Interessierten ein, gemeinsam die Stimmen der Opfer und Überlebenden hörbar zu machen. Die Veranstaltung bietet eine Möglichkeit, gemeinsam innezuhalten und aktiv Verantwortung für das Erinnern zu übernehmen.
Vorläufiges Programm:
- 11:30 Uhr: Begrüßung durch Dr. Matthias Heyl, stellv. Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
- 11:45 Uhr: Beginn der Lesung
- 12:45 Uhr: Gemeinsames Gedenken am Schwedtsee (anschließend: Möglichkeit zum Austausch bei Kaffee)
- ab 13:30 Uhr: Geführter Rundgang über das Gelände
Anmeldung bitte bis einschließlich 23.1.2026 an paedagogikaravensbrueckode. Die Textstellen werden in der darauffolgenden Woche zugesandt.
Um 19:30 Uhr wird es zudem am selben Tag eine partizipative Online-Lesung geben. Weitere Informationen hierzu folgen.
Veranstaltungsort
Veranstaltungssaal der Gedenkstätte
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