Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück

Veranstaltungen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

18. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück

31. August bis 04. September 2026

Lager – Räume – Nachbar:innen
Konzentrationslager in ihrem Umfeld 

Die Europäische Sommer-Universität 2026 fragt nicht nur nach den komplexen Wechsel- und Beziehungsgeschichten zwischen Konzentrationslagern und ihrem Umfeld, sondern auch nach dem jeweiligen Verhältnis der ortsansässigen Bevölkerung zu den Gedenkstätten in der Bundesrepublik, in der DDR, in Österreich, im wiedervereinigten Deutschland und in den während des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht besetzten Gebieten. 

Die Konzentrationslager waren nicht nur ein „integraler Bestandteil der nationalsozialistischen Gesellschaftsordnung“ (Jens-Christian-Wagner), sie existierten auch in ständigen Wechselbeziehungen mit ihrem regionalen Umfeld und waren damit für alle unübersehbar. Seit 1933 wurde eine Vielzahl kleinerer und zum Teil provisorischer Konzentrationslager eingerichtet, um tatsächliche oder potenzielle Gegner:innen der neuen nationalsozialistischen Ordnung wegzusperren, sie ohne juristische Einschränkungen Verhören und Folter zu unterziehen oder die rassistische Volksgemeinschaft durchzusetzen.  

„Die KL waren nie vom Rest der Welt abgeschnitten, schon gar nicht von den Gemeinden in ihrer Nachbarschaft“ (Nikolaus Wachsmann). Die Einbindung von Firmen und Unternehmen in Bau und Logistik der Lager und propagandistisch aufgearbeitete Presseführungen in den 1930er Jahren brachten ihre Existenz in die Öffentlichkeit.  

Jens Schleys „Nachbar Buchenwald“ (1999) und die von ihm und Annette Leo durchgeführte Spurensuche in Fürstenberg / Havel (Dies.: Das ist so’n zweischneidiges Schwert hier unser KZ…, 2007) sind Beispiele, wie das sozialräumliche Umfeld der Konzentrationslager erkundet werden kann. Damit konnte der Legendenbildung entgegengetreten werden, man habe nichts gewusst und sich nicht äußern dürfen. Zugleich wurde durch solche Forschungsprojekte eine ungebrochene Kontinuität der NS-Propaganda deutlich, in den Lagern wären zurecht Kriminelle und „Asoziale“ eingesperrt gewesen, die nach der Befreiung 1945 die ortsansässige Bevölkerung bedroht und terrorisiert hätten. 

Als am Ort einiger ehemaliger Konzentrationslager Gedenkstätten gegründet wurden, ging die Initiative in den meisten Fällen von Überlebenden und Lagergemeinschaften aus, um an die ermordeten Häftlinge zu erinnern. Das Umfeld der Lager spielte zunächst eine nur untergeordnete Rolle und kam in den ersten Ausstellungen nicht vor. Dennoch konfrontierten die Präsenz der Lagergelände und ihre Umwandlung in Gedenkstätten die Menschen in den umliegenden Orten mit einer Vergangenheit, die die meisten so schnell wie möglich vergessen und verdrängen wollten.

Veranstaltungsort

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück 

Straße der Nationen
16798 Fürstenberg/Havel

Kontakt

Ansprechpartner: Freya Ziegelitz

Telefon
+49 (0)33093-608171
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