23/26: Vier Überlebende kehren nach Ravensbrück zurück – Gedenken an die Befreiung des KZ vor 81 Jahren
23. April 2026
Nr.: 23/2026
Vom 1. bis 3. Mai 2026 erinnern die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und das Internationale Ravensbrück Komitee (IRK) an die Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück vor 81 Jahren. Zu den Veranstaltungen werden die Überlebenden Janina Iwańska aus Polen (95), Richard Fagot aus Israel (90), Ib Katznelson aus Dänemark (84) und Ingelore Prochnow aus Deutschland (82) erwartet.
Die zentrale Gedenkveranstaltung findet am Sonntag, 3. Mai 2026, um 10.00 Uhr im historischen Garagenhof der Gedenkstätte statt. Es sprechen unter anderem die brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Manja Schüle, der Sinto, ehemalige Europaabgeordnete und Musiker, Romeo Franz, sowie Janina Iwańska, die als politische Gefangene nach dem Warschauer Aufstand im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert war. Im Anschluss werden am Denkmal „Tragende“ Kränze im Gedenken an die Opfer niedergelegt.
Das Programm beginnt am 1. Mai mit der Erneuerung der Wegmarkierungen der „Straße des Erinnerns“ durch Schülerinnen und Schüler der Ernst-Litfaß-Schule Berlin gemeinsam mit dem IRK. Die Strecke folgt dem historischen Weg vieler Häftlinge vom Bahnhof zum Lager und macht diesen bis heute im Stadtraum sichtbar.
Am 2. Mai kommen beim Forum der Generationen Nachkommen ehemaliger Häftlinge aus verschiedenen Ländern zusammen. Im Mittelpunkt stehen familiäre Erinnerungen, ihre Weitergabe über Generationen hinweg und die Frage, welche Verantwortung sich daraus für die Gegenwart ergibt. Parallel stellen Initiativen, Gedenkorte und zivilgesellschaftliche Akteure bei einem „Markt der Erinnerung und Begegnung“ ihre Arbeit vor. Der Internationale Freundeskreis Ravensbrück präsentiert die englischsprachige Ausgabe eines Buches über Zwangsarbeit für die Siemens & Halske AG im Frauen-KZ Ravensbrück. Ergänzt wird das Programm durch Führungen, weitere Gedenkformate und kulturelle Beiträge, die unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des Ortes eröffnen.
Historischer Hintergrund
Ravensbrück war das zentrale Frauen-Konzentrationslager im Deutschen Reich, in dem zwischen 1939 und 1945 mindestens 120.000 Frauen und Kinder aus ganz Europa inhaftiert waren. Ab 1941 wurde auch ein Männerlager mit insgesamt 20.000 Gefangenen eingerichtet. Mindestens 28.000 Menschen kamen im KZ Ravensbrück um. Kurz vor Kriegsende evakuierten das Internationale sowie das Schwedische und Dänische Rote Kreuz rund 7.500 Häftlinge nach Schweden, in die Schweiz und nach Frankreich. Die verbliebenen 20.000 Häftlinge wurden von der SS auf Todesmärsche Richtung Nordwesten getrieben, viele starben dabei. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das KZ Ravensbrück und die rund 3.000 zurückgelassenen kranken Häftlinge. Doch das Leiden endete für viele nicht mit der Befreiung: Viele starben in den anschließenden Wochen und Jahren an den Folgen der KZ-Haft.
Hinweise für die Medienvertreterinnen und -vertreter
Bitte melden Sie sich für die zentrale Gedenkveranstaltung am 3. Mai bis Mittwoch, 29. April 2026, 16.00 Uhr formlos unter Angabe von Namen und Medium sowie mit einer Kopie des Presseausweises unter presseastiftung-bgode an.
Anmeldung vor Ort und Ausgabe von Pressekennzeichnungen und Pressematerial am 3. Mai von 8.45 bis 9.30 Uhr im Besucherzentrum.
Aktuelle Informationen zum Programm: www.ravensbrueck-sbg.de
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen | 16798 Fürstenberg an der Havel
Die Veranstaltungen werden von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft gefördert.
Kontakt:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz | 16515 Oranienburg | T +49 3301 810920
seferens(at)stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de
Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.