Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück

Jahrestag der Befreiung

© Mathias Völzke
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Rückblick auf den 81. Jahrestag der Befreiung 

Vom 1. bis zum 3. Mai 2026 gedachten zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück vor 81 Jahren. Überlebende des Konzentrationslagers, Angehörige ehemaliger Inhaftierter, Vertreter:innen von Verfolgtenverbänden sowie Besucher:innen aus vielen Ländern kamen in die Gedenkstätte, um gemeinsam zu erinnern und der Opfer des nationalsozialistischen Terrors zu gedenken.

Bereits am 2. Mai kamen Angehörige ehemaliger Ravensbrück-Häftlinge beim Forum der Generationen zusammen, um sich über familiäre Erinnerungen, deren Weitergabe und die Verantwortung der nachfolgenden Generationen auszutauschen. Beim Markt der Erinnerung und Begegnung präsentierten Initiativen, Gedenkorte und zivilgesellschaftliche Akteure ihre Arbeit und luden zum Gespräch ein.

Am Sonntag stand die zentrale Gedenkveranstaltung im Mittelpunkt. Die Redebeiträge stehen hier als PDF zum Download bereit:

  • Dr. Andrea Genest, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
  • Ambra Laurenzi, Präsidentin des Internationalen Ravensbrück Komitees (IRK)
  • Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
  • Romeo Franz, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Sinti und Roma e. V. und Angehöriger von NS-Verfolgten
  • Dr. Janina Iwańska, Überlebende des Konzentrationslagers Ravensbrück und ehemalige politische Gefangene nach dem Warschauer Aufstand

Unser besonderer Dank gilt den anwesenden Überlebenden des Konzentrationslagers Ravensbrück, die teils weite Wege auf sich genommen haben, um an diesem Jahrestag teilzunehmen. Wir danken ebenso ihren Angehörigen sowie allen Mitwirkenden und Gästen, die diesen Jahrestag mitgestaltet haben.
Unser Dank gilt zudem dem Team von ECHOO Konferenzdolmetschen Berlin, das die Veranstaltungen mit großem Engagement begleitet und einen wesentlichen Teil seiner Arbeit pro bono geleistet hat. Die mehrsprachige Verständigung und der internationale Austausch wären ohne diese Unterstützung nicht möglich gewesen.
Die Veranstaltungen zum 81. Jahrestag der Befreiung wurden durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) gefördert.

Historischer Hintergrund

Kurz vor Kriegsende evakuierten das Internationale, Schwedische und Dänische Rote Kreuz rund 7.500 Häftlinge nach Schweden, in die Schweiz und nach Frankreich. Aufgrund eines Räumungsbefehls wurden die verbliebenen 20.000 Häftlinge in Marschkolonnen Richtung Nordwesten getrieben. Viele starben auf diesen Todesmärschen. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Ravensbrück und die dort etwa 3.000 zurückgelassenen Kranken.

Aber mit der Befreiung endete das Leid für viele Frauen, Männer und Kinder nicht. Viele von ihnen starben noch in den folgenden Wochen, Monaten und Jahren. Die Überlebenden litten oft jahrzehntelang unter den Folgen ihrer KZ-Haft.

Nach der Befreiung übernahm die sowjetische Armee weite Teile des ehemaligen Konzentrationslagers. Seit 1948 bemühten sich ehemalige Häftlinge und die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes darum, zumindest den Bereich um das Krematorium zu erhalten und zu einem Ort des Gedenkens umzugestalten. Im September 1948 fand dort die erste Gedenkfeier statt. Solche Gedenkfeiern wurden fortan jährlich veranstaltet und bieten bis heute Raum für Begegnung, Gedenken und Austausch.