Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Veranstaltungen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Internationale Tagung: Die nationalen Sprachen des Gedenkens. Geschichte - Bedeutungen - Perspektiven

24. Oktober bis 25. Oktober 2019

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten veranstaltet am 24. und 25. Oktober 2019 in der Gedenkstätte Ravensbrück eine internationale Tagung zur Geschichte, Funktion und Bedeutung nationalen Gedenkens und den daraus erwachsenden Spannungsverhältnissen. Nach dem Abschied der Zeitzeugengeneration und vor dem Hintergrund des Erstarkens nationalistischer Tendenzen in Europa bedarf diese Fragestellung erneuter und vertiefender Reflexion.

Die Entwicklung der letzten Jahre in Europa zeigt, dass die nationale Praxis des Gedenkens an die NS-Verbrechen stets erneut zur Unterstützung nationaler Identitätspolitiken genutzt wird. Die Heterogenität nationaler Haftgruppen wird im Kontext nationalen Gedenkens zum Verschwinden gebracht. Demgegenüber stehen deutsche KZ-Gedenkstätten in der Kritik, die nationalen Herkünfte und Prägungen der Verfolgten zugunsten anderer Fragestellungen zu marginalisieren.

Im Rahmen der Tagung wird nach der Bedeutung identitätspolitisch aufgeladener Perspektiven auf die Geschichte der Konzentrationslager im Kontext öffentlichen Gedenkens von 1945 bis heute gefragt. Thematisiert wird auch, in welchem Verhältnis die Praxis nationalen Gedenkens zu einem kritisch reflektierten Geschichtsbewusstsein steht, wie es sich in den wissenschaftlich fundierten, multiperspektivisch argumentierenden Ausstellungen der deutschen KZ-Gedenkstätten mitteilt. Sollten – wie im Staatlichen Museum Auschwitz Birkenau – einzelne Länder die Chance erhalten, ihre eigenen Gedenkräume in den Gedenkstätten zu gestalten? Oder wäre es vor dem Hintergrund aufflammender Neo-Nationalismen in Europa umgekehrt gerade wichtig, die Geschichte der Lager in ihrer Vielschichtigkeit transnational und multiperspektiv zu erzählen?

Die Tagung mit Vertreterinnen und Vertretern der Geschichts- Kultur- und Sozialwissenschaften aus Ost –und Westeuropa versteht sich als interdisziplinärer Austausch, zu dem auch Aktivisten und bürgerrechtlich Engagierte willkommen sind.

Veranstaltungsort

Gedenkstätte Ravensbrück

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