Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Presseinformationen

37/2018 SeeLesung in der Gedenkstätte Ravensbrück thematisiert das Schicksal von Olga Benario

27. Juni 2018

Nr.: 37/2018

Der Briefwechsel zwischen Olga Benario und Luiz Carlos Prestes sowie erst kürzlich publizierte Gestapo-Akten stehen im Mittelpunkt einer SeeLesung, die am Samstag, 7. Juli 2018, um 18.00 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück stattfindet. Am Ufer des Schwedtsees lesen die Schauspielerinnen Ute Kaiser und Gabriela Börschmann sowie der Schauspieler Martin Molitor aus den Briefen, in deren Mittelpunkt die Tochter Anita Leocádia Prestes steht, und aus dem Gestapo-Dossier über Olga Benario.

 

Nachdem sie in Brasilien an einem misslungenen Aufstand beteiligt war, wurde die deutsche Jüdin und Komintern-Agentin Olga Benario Ende 1936 hochschwanger an das NS-Regime ausgeliefert. Kurz darauf brachte sie in der Gestapo-Haft in Berlin ihre Tochter Anita zur Welt. Olga Benario gehörte zu den ersten weiblichen Häftlingen, die im KZ-Lichtenburg registriert wurden. Nach dessen Auflösung wurde sie am 15.Mai 1939 in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück überstellt und 1942 im Rahmen der Krankenmordaktion „14 f 13“, der auch viele jüdische Häftlinge zum Opfer fielen, in der Heil- und Pflegeanstalt Bernburg ermordet. Ihr Lebensgefährte, der brasilianische Offizier Luiz Carlos Prestes, verbrachte die Jahre 1936 bis 1945 in Rio de Janeiro in Isolationshaft. In der Haftzeit entstand eine umfangreiche Korrespondenz, die trotz der großen Distanz und der Zensur aufrechterhalten werden konnte.

 

Unter spektakulären Umständen wurde 2015 im Museum der Streitkräfte in Moskau die Online-Publikation von bisher nicht zugänglichen Akten des Deutschen Reiches aus russischen Archiven vorgestellt. Darunter befand sich auch ein umfängliches Dossier über Olga Benario. Die Auswahl, die Robert Cohen in seinem Buch „Der Vorgang Benario“ zusammengestellt hat, vermittelt Einblicke in das Wirken des Machtapparates der Gestapo  und den Ablauf der Verhöre. Nicht zuletzt zeigt sie eine junge Frau, die sich von der Willkür ihrer Verfolger nicht beugen lässt.

 

Zu der Veranstaltung sind alle interessierten Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto im Anhang: Die SeeLesungen in der Gedenkstätte Ravensbrück finden im Bereich des 1959 gestalteten Gedenkbereichs am Ufer des Schwedtsees statt (© Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten).

 

 

Samstag, 7. Juli 2018, 18.00 Uhr

Olga Benario – Luiz Carlos Prestes. Die Unbeugsamen – Briefwechsel aus dem Gefängnis und KZ / Der Vorgang Benario: Die Gestapo-Akte 1936-1942

Eine szenische Lesung mit den Schauspielerinnen Ute Kaiser, Gabriele Börschmann und dem Schauspieler Martin Molitor

Begrüßung: Ingrid Bettwieser, Pädagogische Dienste Gedenkstätte Ravensbrück

 

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

16798 Fürstenberg, Straße der Nationen

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