Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Verboten und verfolgt. Jehovas Zeug*innen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR

Die Ausstellung widmet sich Jehovas Zeug*innen, die im NS-Staat unter anderem im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert und später in der DDR erneut verfolgt waren. Zeug*innen Jehovas hielten sich an die Worte des Propheten Daniel (Daniel 3,17f.) und flüchteten nicht aus der Haft. Sie betrachteten diese als eine Prüfung nach Jehovas Willen und wurden deshalb von der SS in SS- und Privathaushalten und auf landwirtschaftlichen Gütern ohne Bewachung eingesetzt. Von völkischen und nationalsozialistischen Kreisen wurden die Jehovas Zeugen bereits in den 1920er Jahren als „jüdische Bolschewisten“, als „Volksverräter“ und „Kommunisten“ verunglimpft. In der DDR warf man ihnen Kosmopolitismus, „Boykotthetze“ und „Spionage für den Westen“ vor. Weil Zeugen Jehovas auf Grund ihrer politischen Neutralität den Wehrdienst und den Zivildienst verweigern, wurden viele von ihnen in beiden deutschen Staaten vor Gericht gestellt und verurteilt.

Die Ausstellung präsentiert in vier Kapiteln auf 16 Tafeln Informationen zu Jehovas Zeugen und ihre Verfolgung bis hin zur Wiedergutmachung und heutigen Formen des Gedenkens an ihre Opfer. An Tischen können sich die Besucher eingehender mit dem Schicksal von sechs Zeuginnen und sechs Zeugen Jehovas anhand von Dokumenten und Fotos beschäftigten. Kurator*innen sind Falk Bersch und Dr. Christl Wickert. Das Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur realisiert.

Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in Zusammenarbeit mit der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD)

Die Ausstellung war vom 22. April bis zum 30. September 2018 in der Gedenkstätte Ravensbrück zu sehen.