Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

"Im Gefolge der SS" - Aufseherinnen des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück - ab dem 8. August 2020 geöffnet

Ehemaliges Wohnhaus der Aufseherinnen
Ehemaliges Wohnhaus der Aufseherinnen

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wird die neue Dauerausstellung der Gedenkstätte Ravensbrück erst ab Samstag, den 8. August 2020 für den Besucherverkehr zugänglich sein. Die Eröffnungsveranstaltung findet nun am 13. September 2020 statt.

Die Ausstellung, die ab dem 8. August 2020 in einem der ehemaligen Aufseherinnen-Wohnhäuser zu sehen ist, thematisiert die Herkunft des weiblichen Wachpersonals, die Gewaltverhältnisse im Lager, die Karrieremöglichkeiten der Aufseherinnen, Ravensbrück als zentrale Ausbildungs- und Rekrutierungsstätte für Aufseherinnen. Weiterhin geht es um die Strafprozesse, die nach 1945 gegen wenige von ihnen geführt wurden.  Außerdem werden die Suche der Opfer nach Gerechtigkeit und das vielsagende Schweigen der Täterinnen thematisiert. Nicht zuletzt wird auch die Faszinationskraft der Figur der „SS-Aufseherin“ in der Populärkultur zur Diskussion gestellt.

Unter dem Titel „Bilder, Stimmen und Klischees“ haben fünf  Künstler*innen in Kooperation mit dem Ausstellungsprojekt Interventionen entwickelt. Sie begegnen dem Thema der SS-Aufseherinnen mit gegenwartsrelevanten Perspektiven. Die Spuren der Gewalt in den baulichen Relikten und Landschaften, das Nebeneinander von Wohnort und Tatort, die im Lager gesungenen Lieder, die brutal-gemütliche Inneneinrichtung der Dienstwohnungen oder die Erziehungsmethoden in der nationalsozialistischen Gesellschaft sind Themenfelder der künstlerischen Strategien. Die künstlerischen Beiträge von Marianna Christofides, Arnold Dreyblatt, Moritz Fehr, Dominique Hurth und Susanne Kriemann werden ab dem 13. September 2020 in der historischen Ausstellungzu sehen sein.

Die Ausstellung wurde gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und der Kulturstiftung des Bundes.